Privatgemächer des Herzogs

Die Privatgemächer des Herzogs nehmen 10 kleine Räume im Haupttrakt des Schlosses auf der Nordseite ein. In zwei Räumen an beiden Enden dieser Enfilade wird die Innenausstattung aus der Zeit der Schlossbesitzer Subow und Schuwalow gezeigt.

Das Ankleidezimmer ist einer der prächtigsten Räume im Schloss. An der Decke strahlt inmitten eines bunten Blumenkranzes ein silbernes Sonnengesicht; Blütenranken, Vögel und versilberte Rocailles schmücken auch die Deckenvoute. Die Wände sind mit einem prachtvollen broschierten Seidenstoff bespannt. Die Einrichtung mit Möbeln aus der Mitte des 18. Jahrhunderts lässt die Funktion dieses Raumes erkennen: Toilettentisch, Frisörtisch, Kleiderschrank, Stühle mit geflochtenen Sitzen und Lehnen… In einem der Stühle (von dem französischen Meister Pierre Claude Turcot) ist ein Kasten für einen Nachttopf versteckt.

Das erste Schreibkabinett des Herzogs ist eines von den drei Zimmern des Schlosses, das einen Kamin hatte. An kühlen Tagen konnte das Kabinett schnell beheizt werden, wenn der Herzog an seinem Schreibtisch arbeiten wollte. Für die Wandverkleidung schon ursprünglich einfache baumwollene Tapeten mit Druckdekor verwendet worden waren. Die zurückhaltende Einrichtung – die Variationen der livländischen Tischler zum Thema der englischen Chippendale-Stühle, die von dem Meister aus Kuldīga Rudolph Guisy angefertigte Standuhr und der intarsierte Schreibschrank aus Braunschweig – entspricht dem konservativen Geschmack des Herzogs Ernst Johann.

Bis zur Restaurierung lag auf den Wänden des zweiten Schreibkabinetts des Herzogs  eine Malerei von Francesco Martini unter vier Farbschichten verborgen  – eine dekorative Komposition mit Panneaus, Girlanden und Vasen, umrahmt von Rocaille-Ornamenten. Auch in diesem Raum befand sich ein Kamin, der um 1865 abgetragen, aber bei der Restaurierung des gesamten Raumes wieder erneuert worden ist. Die Funktion des Raumes wird durch zwei Meisterwerke deutlich: ein Mitte des 18. Jahrhunderts vom französischen Meister Antoine Mathieu Criaerd gefertigter Schreibtisch und ein Tintenfass des römischen Juweliers Antonio Fornari aus dem Jahr 1770.

Die Wände des Waschraumes sind mit weißen Fliesen bedeckt, ohne die damals übliche dekorative Malerei. In der Inventarliste von 1800 wird dieser Raum „das weiße Fliesenzimmer“ genannt. Die Funktion des Raumes lässt eine Vorrichtung zum Händewaschen, die sog. Fontäne (die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts, die Manufaktur in Rouen) erkennen.

Das „Subow-Zimmer“ zeigt die Innenaustattung aus der Zeit der Familie Subow, als der neue Schlossbesitzer Graf Valerian Subow das Schloss aufs Neue – mit Möbeln des russischen Klassizismus – eingerichtet hatte. Hier sind  Bildnisse der Schlossbesitzer, der Gebrüder Subow, sowie das Portrait der russischen Kaiserin Katharina II. zu sehen

Der „Schuwalow-Salon“ veranschaulicht die Innenausstattung des Schlosses in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Möbelstücke in der sog. „Boulle“-Technik entsprechen dem Stil des zweiten Rokoko und machen einen prachtvollen Eindruck. Die Portraits zeigen hier die damaligen Schlossbesitzer Pjotr und Pawil Schuwalow sowie russische Herrscher.

Zuletzt aktualisiert
15.07.2016

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