Die Geschichte der Gruft

1582 ließ der erste Herzog Gotthard von Kurland eine kleine Kirche mit einer Kelleranlage für die Grablege errichten.

Vecā Jelgavas pils, skats no dienvidrietumiem. J. K. Broces kopija no 17. gs. otrās puses zīmējuma. Celtne ar trim lielajiem logiem - pils baznīca ar hercogu kapenēm
Die alte Schloss Mitau, Blick von Südwesten. Kopie von J. Ch. Brotze nach einer Zeichnung des 17. Jh. Das Gebäude mit den drei großen Fenstern ist die Schlosskirche mit der Herzogsgruft

Als erster wurde 1587 Herzog Gotthard in der Gruft beigesetzt. Seine früher verstorbenen minderjährigen Söhne wurden nach Jelgava (Mitau) aus dem Schloss Kuldīga (Goldingen) überführt.

Kurzemes hercogu kapenes vecajā pilī. J. K. Broces kopija no Ferdinanda Vilhelma Zīdava atkārtojuma no Kristiāna Zīdava zīmējuma. 18. gs. 30. gadu sākums
Die Gruft der Herzöge von Kurland im alten Schloss. Kopie von J. Ch. Brotze nach einer Replik F. W. Sydaws der Zeichnung von Ch. Sydaw. Anfang 1730er Jahre

Während ihres Bestehens wurde die Gruft mehrmals demoliert und ausgeplündert. Die ersten Schäden wurden zur Zeit des Großen Nordischen Krieges (1705) durch die schwedischen Soldaten zugefügt: sie warfen die Mumien der Herzöge aus den Sarkophagen und raubten den wertvollsten Schmuck.

1737 wurde die Kirche mit der Grablege samt dem alten Schloss abgetragen, um Platz für das neu zu errichtende Barockschloss zu machen. Die Sarkophage wurden provisorisch in einem Schuppen untergebracht. 1743, als nach Mitau der Sarkophag des in Danzig verstorbenen Herzogs Ferdinand überführt wurde, war die Gruft, die zwei kleine gewölbte Räume umfasste, im Sockelgeschoss des Südtraktes des neuen Schlosses eingerichtet. Der Herzögen aus dem Hause Biron gelang es nicht, ihr Vorhaben, eine eigene Gruft zu errichten, zu verwirklichen.

Als ein Geschichts- und Kunstdenkmal wurde die Gruft der Herzöge von Kurland bereits ab der ersten Hälfte des 18. Jh. betrachtet.

Dank Spenden renovierte die kurländische Ritterschaft 1820 die Räume im Sockelgeschoss des südöstlichen Endes des Schlosses. Durch die Abschaffung dreier kleiner Wohnräume entstand ein 16,5 m langer und 5 m breiter gewölbter Raum.

1884 erfolgte eine teilweise Bestandsaufnahme der Gruft und des Inhalts der Sarkophage. Einige Grabstätten wurden auch fotografiert. Aus den sarkophagen wurden Schmucksachen entfernt und dem Kurländischen Provinzialmuseum übergeben.

Von 1913 bis 1915 erfolgte die Untersuchung und Beschreibung der Gruft durch den Dr. med. A. Raphael. Diese Materialien wurden 1934 veröffentlicht.

Kurzemes hercogu kapenes 1913. gadā
Gruft der Herzöge von Kurland. Foto 1913

Unbarmherzig wurden die Gruft und die Sarkophage nach dem Ersten Weltkrieg, und zwar 1919, von Bolschewiken und Soldaten der Bermondt-Armee demoliert.

Von 1933 bis 1934 ließ das Denkmalamt Lettlands die Sarkophage restaurieren, inventarisieren, fotografieren und beschreiben. Dann erfolgte auch Renovierung und Erweiterung der Gruft. Nach dem Abschluss dieser Arbeiten wurde die Gruft für die Besichtigung eröffnet.

Kurzemes hercogu kapenes 1933. gadā
Gruft der Herzöge von Kurland. Foto 1933
Kurzemes hercogu kapenes 1934. gadā
Gruft der Herzöge von Kurland. Foto 1934

Während der Kampfhandlungen im Juli 1944 wurde das Schloss zerstört. Die Gruft wurde ihrem Schicksal überlassen und 1946 endlich zugemauert. Inzwischen wurde die Grablege der Herzöge ständig demoliert.

Kurzemes hercogu kapenes 1973. gadā
Gruft der Herzöge von Kurland. Foto 1973

1973 und 1976 unternahm das Schlossmuseum Rundāle eine detaillierte Bestandaufnahme der Gruft: die Sarkophage und Särge wurden beschrieben, vermessen und fotografiert. Es wurde festgestellt, dass die Beschädigungen und Verluste viel größer waren als nach den Plünderungen von 1919.

1987 wurde die Gruft vom Schlossmuseum Rundāle übernommen.

Kurzemes hercogu kapenes 2014. gadā
Gruft der Herzöge von Kurland. Foto 2014

 

07.02.2018