Restaurierung der Sarkophage aus dem Hause Kettler abgeschlossen

Am 3. Juli 2026 fand in der Gruft der Herzöge von Kurland im Schloss Jelgava/Mitau die Wiedereinsegnung der restaurierten Sarkophage der Kinder des kurländischen Herzogs Gotthard – Prinz Sigismund Albert (1567–1569), Prinz Gotthard (1568–1570) und Prinz Georg (1572) – sowie der sterblichen Überreste der kurländischen Herzogin Elisabeth Magdalena (1580–1649) in dem restaurierten Sarkophag statt.

An der feierlichen Zeremonie in der Gruft der Herzöge von Kurland nahmen Uldis Gailītis, Weihbischof der Diözese Liepāja der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands, Baron Nikolaus von Behr, Vorsitzender der Kurländischen Ritterschaft, Laura Lūse, Direktorin des Schlossmuseums Rundāle, Vertreterinnen und Vertreter der Lettischen Universität für Biowissenschaften und Technologie, Restauratorinnen und Restauratoren, Vertreterinnen und Vertreter der Kurländischen Ritterschaft sowie weitere Fachleute teil.

Seit 2004 führten die Restauratorinnen und Restauratoren des Schlossmuseums Rundāle ein Restaurierungsprogramm für die Sarkophage durch. Dieses wurde finanziell unterstützt von den Vereinigten Kurländischen Stiftungen der Kurländischen Ritterschaft (Deutschland), dem Staatlichen Kulturkapitalfonds Lettlands, Dr. Rüdiger Zellentin, Baron Nikolaus von Behr, Mitgliedern der Familie von Biron sowie weiteren Privatpersonen. Mit der Wiedereinsegnung dieser vier Sarkophage nach ihrer Restaurierung ist das Restaurierungsprojekt der Sarkophage des Hauses Kettler abgeschlossen.

In der abschließenden Phase des Programms wurden die Sarkophage der drei im frühen Kindesalter verstorbenen Söhne des ersten Herzogs von Kurland, Gotthard, und der Prinzessin Anna von Mecklenburg restauriert: Prinz Sigismund Albert, Prinz Gotthard und Prinz Georg. Es handelt sich um die ältesten Bestattungen des Hauses Kettler in der Gruft der Herzöge von Kurland. Ursprünglich wurden die Prinzen in Kuldīga/Goldingen beigesetzt, doch nach 1587 wurden die Sarkophage nach Jelgava/Mitau überführt. Von den ursprünglichen Zinnsarkophagen sind nur noch einzelne Teile erhalten, während die Ergänzungen aus den 1930er-Jahren als Zeugnisse der damaligen Restaurierungspraxis bewahrt wurden. Im Zuge der Restaurierung wurden die Konstruktionen der Sarkophage stabilisiert, Verformungen ausgeglichen, Schäden behoben und das Metall konserviert, um ihre langfristige Erhaltung zu sichern.

Nach der Restaurierung wird auch der prachtvolle Zinnsarkophag der kurländischen Herzogin Elisabeth Magdalena wieder ausgestellt. Er zählt zu den herausragendsten Zeugnissen der Metallkunst in der Ausstellung der Gruft der Herzöge von Kurland. Die Herzogin war die Gemahlin des kurländischen Herzogs Friedrich und beteiligte sich nach dessen Tod aktiv am politischen und wirtschaftlichen Leben des Herzogtums. Zudem übernahm sie die Erziehung des späteren Herzogs Jakob von Kurland. Der zu ihren Lebzeiten in Auftrag gegebene Sarkophag ist mit reichem plastischem Dekor, heraldischen Reliefs, Engelsfiguren und Löwenskulpturen geschmückt. Während der Restaurierung wurde die Konstruktion stabilisiert, verlorene dekorative Zinnelemente ergänzt, die authentische polychrome Fassung gefestigt, die Vergoldung und Farbfassung konserviert, ein neuer Holzsarg angefertigt und die sterblichen Überreste geordnet.

Die Restaurierung der Sarkophage wurde von den Fachleuten des Schlossmuseums Rundāle, Arvis Druviņš, Jānis Līdaka und Baiba Leitlante, sowie von Laura Matilde Ikerte durchgeführt. Letztere erarbeitete die Rekonstruktion des Farbschemas der Inschriften und Wappen am Sarkophag Elisabeth Magdalenas. Alle Arbeiten erfolgten unter der Aufsicht von Aina Balode, der Leiterin der Abteilung für wissenschaftliche Restaurierung des Schlossmuseums Rundāle.

Die Gruft der Herzöge von Kurland ist ein herausragendes kulturhistorisches Denkmal Lettlands – die größte Bestattungsstätte eines Herrscherhauses im Baltikum und eine der wenigen Gruften dieser Art weltweit, die öffentlich zugänglich ist. Sie beherbergt 21 Metallsarkophage und neun Holzsärge, die die mehr als 200-jährige Bestattungsgeschichte der Häuser Kettler und Biron widerspiegeln. Seit den 1970er-Jahren sorgt das Schlossmuseum Rundāle für die Erhaltung der Gruft. Ende 2025 wurden 18 Sarkophage mit ihren authentischen Inschriften und Wappen in das lettische nationale Register des UNESCO-Programms „Memory of the World“ aufgenommen.

 

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