Ausstellung „Die Prinzessin von Kurland auf Reisen. Die Aquarelle und Zeichnungen von Fanny Biron“

 

Das Schlossmuseum Rundāle hat zum 285. Jubiläum der Grundsteinlegung des Schlosses am 24. Mai 2021 die Ausstellung „Die Prinzessin von Kurland auf Reisen. Die Aquarelle und Zeichnungen von Fanny Biron“ erstellt, in der die Kunstwerke von Fanny Biron (1815–1888), der Urenkelin des Erbauers des Schlosses, Herzog Ernst Johann von Kurland, zu sehen sind. 

Die Prinzessin von Kurland Fanny Julie Johanna Therese Biron, verh. von Boyen, war Hobbykünstlerin. Von der zweiten Hälfte der dreißiger bis zum Ende der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts bereiste sie begeistert Europa und hielt dabei ihre Eindrücke in Skizzenalben und Form kleiner Zeichnungen und Aquarelle fest. Einen Teil davon – etwa 170 Werke – erhielt das Schlossmuseum Rundāle 2006 als Schenkung.

Fanny, die Tochter des Prinzen von Kurland Gustav Kalixt Biron (1780–1821), Neffe des letzten Herzogs von Kurland Peter, und Gräfin Franziska von Maltzahn (1790–1849), war eine aktive und gesellige Frau. In den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts leitete sie einen kleinen, eleganten Salon für Diplomaten in Berlin, 1870 und 1871 während des Deutsch-Französischen Kriegs war sie freiwillige Kranken- und Verwundetenpflegerin und 1881 trat sie in den Verein der Künstlerinnen und Kunstfreundinnen zu Berlin ein, an dessen Ausstellung sie sich beteiligte. Fanny Biron kannte den König von Preußen und späteren Deutschen Kaiser Wilhelm I. gut, mit dem sie zeitlebens korrespondierte und dessen Adjutant, der spätere General Leopold Hermann von Boyen (1811–1886), ihr Ehemann wurde.

Die Kunstwerke, Reisepässe und Briefe Fanny Birons bezeugen, dass sie an noble Kurorte wie Karlsbad (heute Karlovy Vary in Tschechien) in den Urlaub fuhr, mehrere Monate die Freuden von Paris genoss und mit ihren Begleitern oder ihrem Mann Österreich, Frankreich, Spanien und Italien bereiste. In ihren kleinen Reiseskizzenblöcken, Aquarellen und Zeichnungen sind die Schlösser und Felsen des Rheintals zu erkennen, Schweizer Berglandschaften, antike römische Architekturdenkmäler und Ansichten der französischen Riviera, wie auch mehrere mit der Geschichte der Familie Biron verbundene Schlösser, etwa Groß Wartenberg und Güntersdorf in Schlesien (heute Syców und Zatonie in Polen) oder das Château de Rochecotte in Frankreich. 1876 erbte sie das von Herzogin Dorothea von Kurland eingerichtete Schloss Löbichau in Sachsen.

Die Ausstellung ist wie ein Salon aus dem 19. Jahrhundert eingerichtet mit Fanny Birons Aquarellen und Zeichnungen sowie Möbeln und Einrichtungsgegenständen jener Zeit aus der Sammlung des Schlossmuseums Rundāle. Sie wird ergänzt durch ihre Skizzenalben aus der Sammlung des Ernst Johann Prinz Biron von Curland sowie Kopien der Porträts, Reisepässe und anderer Dokumente Fanny Birons aus deutschen Museen und Archiven.

Die Ausstellung kann bis zum 30. April 2022 besucht werden. Für die Herbst- und Wintersaison ist ein besonderes Veranstaltungsprogramm vorgesehen.

Die Ausstellung „Die Prinzessin von Kurland auf Reisen. Die Aquarelle und Zeichnungen von Fanny Biron“ kann mit einer Eintrittskarte für das Museum besichtigt werden.

 

Fanny Biron. Château de Rochecotte. 1841. Papier, Aquarell. 13,2 x 20,2 cm. Sammlung des Schlossmuseums Rundāle
Fanny Biron. Ansicht aus dem Rheinland-Skizzenblock. 1844. Privatsammlung

Kuratorin der Ausstellung: Baiba Vanaga Ausstellungskünstlerin: Lauma Lancmane Grafisches Design: Katrīna Vasiļevska