Im Verlag des Schlossmuseums Rundāle ist das neue Buch der langjährigen Mitarbeiterin Lauma Lancmane mit dem Titel „Alte Spitzen. 16.–18. Jahrhundert“ erschienen. Der Katalog bietet den bislang umfassendsten Überblick über die Spitzensammlung des Schlossmuseums und beleuchtet dabei einen weiteren bedeutenden Teil der Museumssammlung. Die Entwicklung der Spitzen wird darin über drei Jahrhunderte hinweg verfolgt.
Das Buch fasst Informationen über die Traditionen der Spitzenherstellung systematisch zusammen – von der frühen Ajour-Stickerei am Ende des 16. Jahrhunderts bis zur großen Vielfalt der Spitzen im 18. Jahrhundert. Die einzelnen Kapitel beschreiben die Geschichte und die regionalen Unterschiede der Stickerei, der Nadel- oder genähten Spitzen sowie der Klöppelspitzen. Ein Kapitel widmet sich den Metallspitzen, einer seltenen und künstlerisch ausdrucksstarken Art der Spitze.
Ziel des Katalogs ist es, die vielfältigen Muster der Spitzen zu zeigen und die komplexen Techniken aufzudecken. Daher enthält die Publikation eine große Anzahl von Beispielen als vergrößerte Nahaufnahmen. Diese ermöglichen es, die Feinheit der Spitzen zu erkennen und ihren Ursprung anhand der für die jeweilige Manufaktur charakteristischen Techniken zu bestimmen. Das Buch wird durch Abbildungen aus der Museumsporträtsammlung ergänzt, die Spitzenmotive zeigen. Am Schluss bietet es außerdem ein Glossar in vier Sprachen.
Der neuerschienene Katalog zeigt 130 Muster von Spitzen, die Sammlung des Schlossmuseums Rundāle umfasst jedoch mehr als 150 Einheiten. Die Sammlung besteht hauptsächlich aus Spitzen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, enthält aber auch spitzenähnliche Arbeiten der Handwerkskunst aus dem Ende des 16. Jahrhunderts. Die Entstehung der Sammlung wurde insbesondere durch die Entwicklungen in den europäischen Auktionshäusern im 21. Jahrhundert vorangetrieben. Dort gelangten frühe Spitzenwerke aus namhaften privaten Sammlungen, darunter auch aus der Sammlung von Margarita Simeona. Die positive Beurteilung der ältesten Exemplare der Museumssammlung durch die Spitzenspezialistin Dagmāra Prīberga gab einen weiteren Ansporn, die Sammlung systematisch zu erweitern.
Das zweisprachige (Lettisch und Englisch) Buch ist reich mit Fotografien illustriert, darunter auch Vergrößerungen von Spitzenfragmenten. Die Publikation „Alte Spitzen. 16.–18. Jahrhundert“ ist seit dem 6. Dezember an der Kasse des Museums erhältlich. Der Verkaufspreis des Buchs an der Museumskasse beträgt 25,00 Euro.