Herzog Ernst Johann (1690–1772)

Die Laufbahn begann Herzog Ernst Johann als Beamter in der Kanzlei der Witwe von Herzog Friedrich Wilhelm, Anna Joanowna, der späteren Kaiserin von Russland. In der Folge wurde er ihr Günstling. 1723 heiratete er die Hofdame der Herzogin, Benigna Gottlieb von Trotta-Treyden. In ihrer Ehe wurden zwei Söhne und eine Tochter geboren. 1737 wurde er zum Herzog von Kurland-Semgallen gewählt. Nach dem Tod der Kaiserin Anna Joanovna wurde der Herzog zum Regenten des russischen Reichs ernannt, doch 22 Tage später wurde er verhaftet. Von 1741 bis 1762 lebte er in der Verbannung in Russland. Die Restitution des Herzogs erfolgte 1762, 1769 dankte Ernst Johann zugunsten seines ältesten Sohnes Peter ab.

Ernst Johann starb im Schloss Jelgava (Mitau) und wurde 1773 in der Herzogsgruft in einem Holzsarg beigesetzt. Der kupferne Sarkophag wurde für ihn 1784 (zusammen mit den Sarkophagen für die Herzogin Benigna Gottlieb und für den totgeborenen Sohn des Herzogs Peter) von den Danziger Meistern Johann Daniel Peppich und Gottlieb Kaufmann angefertigt. Die Grabstätte des Herzogs wurde 1919 und nach dem 2. Weltkrieg stark beschädigt. Die Restaurierung des Sarkophags wurde 1990 beendet und die Grabstätte gesegnet.

 

07.02.2018