Restaurierung, Konservierung

Die Instandsetzung der Gruft und die Zusammenstellung der Ausstellung dauern schon über 30 Jahre. Das Restaurieren der Sarkophage, Särge und Textilien ist kompliziert und zeitaufwändig.

Bis 2018 sind 13 Sarkophage vollständig und zwei teilweise restauriert worden. Die anderen Sarkophage sind gereinigt, und die größten Deformationen sind bereits beseitigt. Zum Restaurieren eines Sarkophags müssen das historische Material untersucht, die richtigen Technologien ausgewählt, technische Restaurierungen vorgenommen, verlorengegangene Details rekonstruiert und Metalloberflächen gereinigt werden.

Kurzemes hercoga Ferdinanda sarkofāga tehnisko konstrukciju nostiprināšanu veic Arvis Druviņš
Verstärkung der technischen Konstruktion an einem Sarkophag

 

Kurzemes hercogienes Annas sarkofāgu restaurē Jānis Līdaka
Jānis Līdaka restauriert einen Sarkophag
Hercogienes Sofijas Amēlijas sarkofāgs pirms restaurācijas
Der Deckel des Sarkophags vor der Restaurierung
Hercogienes Sofijas Amēlijas sarkofāgs restaurācijas laikā
Der Deckel des Sarkophags während der Restaurierung

 

Restauratores Aina Balode un Agita Behmane darbā pie hercogienes Sofijas Amēlijas sarkofāga
Restauratorinnen Aina Balode und Agita Behmane am Sarkophag der Herzogin Sophie Amelie

Finanzielle Unterstützung leisteten die Vereinigten Kurländischen Stiftungen der Kurländischen Ritterschaft, Nicolas Baron v. Behr, Dr. Rüdiger Zellentin, das Geschlecht Biron und der Lettische Kulturkapitalfonds.

Sofijas Amēlijas sarkofāga un mirstīgo atlieku iesvētīšana 2008. gada 29. jūnijā. Barona Oto fon Grothusa uzruna
Ansprache des Vorsitzenden der Kurländischen Ritterschaft Otto Baron von Grotthuss. Foto 2008
Kurzemes princis Ernsts Johans Bīrons ar kundzi Elizabeti un Rundāles pils muzeja direktors Imants Lancmanis, apmeklējot Kurzemes hercogu kapenes
Ernst Johann Prinz Biron von Curland, Prinzessin Elisabeth und der Direktor des Schlossmuseums Rundāle Imants Lancmanis

Textilien geben auf einzigartige Weise Auskunft über die Mode, Stoffe und verschiedene Handarbeitstechniken des 17. und 18. Jahrhunderts im Herzogtum Kurland. Nicht nur aufgrund des natürlichen Verfalls, sondern vor allem wegen menschlichen Böswillens und Raffgier fand man die Textilien 1973 in einem desolaten Zustand vor. Sie wurden ins Schloss Rundāle gebracht, um sie vor dem vollständigen Verfall zu bewahren. Bis 1980 war der größte Teil der Stoffe gereinigt und es begann die Untersuchung und Restaurierung.

Vecmeistare Daira Līdaka restaurē hercoga Frīdriha Kazimira tērpu
Altmeisterin Daira Līdaka restauriert das Gewand des Herzogs Friedrich Kasimir

Das Gewand des Herzogs Wilhelm (1574-1640)

Hercoga Vilhelma svārki un bikses pēc restaurācijas
Rock und Hose des Herzogs Wilhelm nach der Restaurierung

Das Gewand, welches die Altmeisterin Daira Līdaka meisterhaft restauriert hat, wird als herausragendes Beispiel in Lettland und im Ausland ausgestellt.

Hercoga Vilhelma mēteļa piedurknes pirms restaurācijas un pēc iztīrīšanas
Ärmel des Mantels vor der Restaurierung
Hercoga Vilhelma mētelis pēc restaurācijas
Mantel nach der Reinigung und Restaurierung

 

Knipelētas zīda mežģīnes tehniskais zīmējums. Mežģīnes pinuma atšifrēšanu un rekonstrukciju veikusi tekstiliju restauratore vecmeistare Maruta Tālante
Technische Zeichnung für geklöppelte Seidenspitze
Hercoga Vilhelma mēteļa piedurknes fragments ar mežģīņu aplikācijām un podziņām
Fragment der Mantelärmel
Hercoga Vilhelma svārki pirms restaurācijas
Rock vor der Restaurierung
Vilhelma apkakles mežģīne
Kragenspitze, typisch für die 1. Hälfte              des 17. Jh.

 

 

 

 

 

 

 

Gewand der Herzogin Louise Charlotte (1617-1676) 

Hercogienes Luīzes Šarlotes kleita pēc restaurācijas
Kleid der Herzogin Louise Charlotte nach der Restaurierung

Das Kleid aus Seidenbrokat ziert eine 8 cm breite Silberbrokatspitze. Silberoxidspuren auf dem Stoff ermöglichten es, sie exakt an ihre ursprüngliche Stelle zu nähen. 

Fragmente des Kleids nach dem Waschen

 Gewand der Prinzessin Christina Sophie (1649-1650) 

Princeses Kristīnes Sofijas kleita pēc restaurācijas
Gemustertes Seidenkleid mit Silberbrokatspitze, restauriert von Maruta Tālante.
Oberer Teil des Kleides nach der Reinigung, aufgenäht auf ein Duplikat aus dünnem Seidenstoff im gleichen Farbton

Um verlorengegangene Teile zu ersetzen, musste zunächst das Muster der Spitze entziffert werden. Restaurator-Altmeister Vilnis Līdaka hat das Klöppelkissen und die Spulen selbst hergestellt. Die Fäden wurden aus grüngrauen und gelblichen Garnen verzwirnt, sodass sie visuell an den schwärzlichen Faden des Brokats erinnern. Die Länge der rekonstruierten Spitze beträgt 3,2 m. Mit ihr wurden die fehlenden Stellen ergänzt.

Knipelēšanas veltnis ar iesāktu mežģīni
Klöppelkissen mit Spitze
Rekonstruirung der Spitze

Gewand des Herzogs Friedrich Kasimir (1650-1698) 

Hercoga Frīdriha Kazimira tērps pēc restaurācijas
Gewand des Herzogs Friedrich Kasimir nach der Restauration

Das Gewand des Herzogs hat sein Kammerdiener Johann Casimir Brandt beschrieben: “Der Hochfürstliche Körper wahr angethan mit einer sehr reichen Gold und Silber Weste, worüber ein aufs reichste weiss und mit Gold und Silber broschierte Rock. Die Weste sowohl als der Rock mit kostbahren Diamanten Knöpfe, über den der kostbahre Fürsten Mantel…” Zweifelhaft ist dabei die Aussage über die Diamantknöpfe, denn Dr. A. Raphael konstatierte 1913, dass die Knöpfe mit Brokat bezogen waren. Bis zum heutigen Tage sind zwei Knöpfe aus Brokatfäden erhalten geblieben.

Hercoga Frīdriha Kazimira vestes poga
Vermutlich ein Westen- oder Hosenknopf
Hercoga Frīdriha Kazimira svārku poga
Vermutlich ein Rockknopf

 

Frīdriha Kazimira brokāta veste
Weste des Herzogs Friedrich Kasimir

1934 wurde im Rahmen einer wissenschaftlichen Forschungsarbeit der wunderschöne und wertvolle, goldbestickte Rock des Herzogs aus der Gruft entnommen. Er wurde von der Altmeisterin Daira Līdaka restauriert.

Hercoga Frīdriha Kazimira svārki
Rock des Herzogs Friedrich Kasimir

Die Restauratorin erzählt: „Wir wissen nicht, wann die Vorderseite des Rocks abgeschnitten wurde. Da A. Raphael dies nicht erwähnt, geschah es vermutlich im Jahr 1919, als die Bermont-Truppen die Gruft verwüsteten. Der fehlende Teil konnte unter Berücksichtigung der Grundprinzipien der Restaurierung mit einem ähnlich gefärbten Stoff ersetzt werden, doch ich wollte eine vollständigere Darstellung dieses prächtigen Gewands schaffen. Ich überlegte, ob es nicht möglich sei, ein Muster für die Stickerei am Computer zu erstellen. Diese komplizierte Aufgabe übernahm L. Ķerve. Doch ich stieß auf ein weiteres Problem. Unsere heutigen Wollstoffe unterscheiden sich sehr von denen des 17. Jahrhunderts. Eines Tages entdeckte ich beim Einkaufen Filzwolle im richtigen Farbton. Daraus entstand im Nassfilzverfahren ein geeigneter Stoff zum Besticken.”

Līga Ķerve konstruē izšuvuma rakstu
Līga Ķerve konstruiert das Muster für die Stickerei
Hercoga Frīdriha Kazimira tērpa izšūšana
Besticken des Gewands

 

27.07.2018