Duftvasen – Potpourris

Seite aus dem Inventarverzeichnis nach dem Tod der Herzogin Benigna Gottlieb, in dem auch zwei Potpourris aufgeführt sind. 1783. Lettisches Nationalarchiv, Lettisches Historisches Staatsarchiv, 554-1-1568-12

Das nach dem Tod der kurländischen Herzogin Benigna Gottliebe im Jahr 1783 angefertigte Inventarverzeichnis ist heute im Lettischen Historischen Staatsarchiv (Bestand 554, Beschreibung 1, Akte 1568) erhalten. Darin sind die Gegenstände aufgeführt, die sich im Besitz der Herzogin befanden. Sie spiegeln die Mode und den Alltag der höchsten Gesellschaft des 18. Jahrhunderts wider. Unter den dort aufgeführten Gegenständen befinden sich auch drei Potpourri-Vasen aus Porzellan. Diese wurden im 18. Jahrhundert weit verbreitet zur Aromatisierung von Räumen verwendet.

Einblick in die Gepflogenheiten der Raumbeduftung im 18. Jahrhundert

Der Wunsch, Räume angenehm duften zu lassen, ist keineswegs neu – verändert haben sich im Lauf der Zeit jedoch die Gründe und die Methoden. Im 18. Jahrhundert wurde die Umgebung vor allem aus medizinischen, sozialen und kulturellen Gründen beduftet. In der medizinischen Literatur jener Zeit wird betont, dass die Luft den größten Einfluss auf die Gesundheit habe, da sie ein Element sei, dem sich nichts entziehen könne und das sich nicht ignorieren lasse. Jeder Gegenstand, jedes Lebewesen, jede Naturerscheinung und jede Tätigkeit besitzt einen spezifischen, einzigartigen Geruch, der sich in der Luft ausbreitet. So lässt sich der Charakterisierung der Luft durch den Arzt Johann Gottlob Krüger in seinem 1751 erschienenen Buch Diät oder Lebensordnung (Halle im Magdeburgischen Hemmerde, 1751) zustimmen: „Wenn die Erde ein Buch wäre: so könnte man sagen, daß die Luft das Register dazu sei.“

Bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts galt es als möglich, dass schlechte, stickige Luft – zusammen mit anderen Faktoren wie ungeeigneter Ernährung oder unpassender körperlicher Betätigung – gesundheitliche Beschwerden auslösen könne. Mitte des Jahrhunderts wurde diese Vorstellung noch zugespitzt: Man nahm an, dass übelriechende Luft sogar allein Ursache verschiedener Krankheiten sein könne. Entsprechend stieg die Nachfrage nach Raumbeduftung, denn man schrieb angenehmen Düften luftreinigende Eigenschaften zu und verband „gut riechen“ mit „sauber sein“. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts geriet diese Annahme jedoch zunehmend in Zweifel, da immer mehr Ärzte darauf hinwiesen, dass Duftstoffe unangenehme Gerüche lediglich überdecken. In den folgenden Jahren wurden in der Gesellschaft zunehmend leichte Blütendüfte bevorzugt, die die intensiven Duftstoffe tierischen Ursprungs – Moschus, Ambra und Zibet – ersetzten. Wer sich zu stark parfümierte, erweckte den Eindruck, die persönliche Hygiene vernachlässigt zu haben und dies durch kräftigere Düfte kaschieren zu wollen. Außerdem wurde vor übermäßigem Gebrauch von Duftstoffen gewarnt, da dieser der Gesundheit schaden und Nervenkrankheiten begünstigen könne. So merkte Johann Georg Krünitz in seiner Oekonomischen Encyklopädie, oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirtschaft (Bd. 107, Berlin, 1807) an, dass Räume, die von „nervenkranken Personen bewohnt werden“, nicht beduftet werden sollten, da sich der Zustand sonst verschlimmern könne.

Parallel zu diesen Veränderungen in der Wahrnehmung von Düften entwickelte sich eine weitere Debatte: In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden vor allem in männlichen Kreisen Kosmetik und Duftstoffe (insbesondere ihr übermäßiger Gebrauch) kritisiert, da sie das „wahre“ Erscheinungsbild verschleierten und somit andere absichtlich täuschten. Da Düfte die Psyche beeinflussen, sah man zudem Möglichkeiten der Manipulation, insbesondere wenn die erotisierende Wirkung bestimmter Duftstoffe genutzt wurde. Dass solche Effekte tatsächlich bewusst eingesetzt wurden, belegen auch zeitgenössische Literaturquellen: So wird in dem 1823 in London erschienenen Haushaltsratgeber A New System of Practical Domestic Economy erwähnt, dass Duftgefäße im Ankleidezimmer einer Dame nützlich seien, damit Besucher bereits vor dem Betreten des Raumes den angenehmen Duft wahrnehmen.

Die Popularität der Raumbeduftung nahm unter anderem aufgrund der Französischen Revolution ab, da aristokratische Lebensformen grundsätzlich kritisiert und zurückgewiesen wurden. Duftstoffe waren teuer und nicht für alle erschwinglich – ein raffiniertes Duftgemisch galt als Luxus und als Mittel der repräsentativen Rauminszenierung.

Mischungen wohlriechender Pflanzenteile – Potpourris

Als Bezeichnung für eine Duftmischung aus Pflanzenteilen ist Potpourri (frz. pot-pourri – wörtlich etwa „verdorbener Topf“) bereits seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Der Begriff wird erstmals in Antoine Furetières Wörterbuch Dictionnaire universel contenant généralement tous les mots françois tant vieux que modernes & les termes de toutes les sciences et des arts (Holland, 1690) erwähnt. Eine der Bedeutungen beschreibt Potpourri als ein Gemisch verschiedener Duftstoffe, das Frauen in einem Gefäß ansetzen, um den Raum angenehmer duften zu lassen.

Bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden getrocknete Blüten mit Gewürzen gemischt und in dekorativen Gefäßen aufbewahrt, um Räume zu beduften. Ebenso wurden sie in Stoffsäckchen gefüllt, um Kleidung und Räume zu parfümieren. Im Frankreich des 17. Jahrhunderts erhielt die Duftmischung eine neue Form: Da getrocknete Blüten den Duft nicht lange genug hielten, entwickelte man das „feuchte“ bzw. „französische“ Potpourri. Seine Zubereitung war deutlich aufwendiger, doch das Ergebnis überraschte durch eine besonders lang anhaltende und völlig neue Duftkomposition, in der die einzelnen Bestandteile kaum zu identifizieren sind.

Potpourri-Duftkräuter-Mischung

In diesem Sinne ist ein Potpourri eine Mischung sorgfältig ausgewählter aromatischer Pflanzenteile. Mit ihrer Gestaltung wird bereits im frühen Frühjahr begonnen, sobald die ersten Blüten erscheinen. Im Herbst werden Gewürze, Harze und Wurzelpulver hinzugefügt, um die Duftwirkung zu erhalten und zu veredeln. Auch Salz ist wichtig, da es konserviert und zugleich das Extrahieren aromatischer Bestandteile unterstützt. Das Gefäß wird fest verschlossen und der Inhalt alle zwei Tage umgerührt. Nach mehreren Monaten der Fermentation sieht das Potpourri zwar nicht mehr appetitlich aus, duftet jedoch hervorragend. Die fertige Mischung wird in Duftvasen, auch Potpourri-Vasen genannt, gefüllt. Sollte der Inhalt des Gefäßes später zu trocken werden, wird er mit verschiedenen Blütenwässern angefeuchtet. Zusätzlich wird ein alkoholbasiertes Duftwasser, wie das sogenannte Wasser der Königin von Ungarn, zugesetzt. Bei Bedarf lässt sich die Mischung durch weitere Blüten, Bestandteile und Salz ergänzen. Ein richtig zubereitetes Potpourri kann einen Raum über Jahrzehnte hinweg angenehm beduften. Es kann auch in Stoffsäckchen gefüllt werden, um Kleidung, Schränke oder Papier zu aromatisieren. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts waren die prächtigen Potpourri-Vasen besonders beliebt.

Das erste bekannte Potpourri-Rezept stammt aus Simon Barbes Rezeptbuch Le Parfumeur François (Lyon, 1693). Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts gewann Potpourri – aus gesundheitlichen Gründen und wegen der langen Haltbarkeit – große Popularität. Fortan findet sich in nahezu jedem Haushalts- oder Medizinratgeber mindestens ein Rezept zu seiner Zubereitung. Mit dem wachsenden Hygienebewusstsein verlagerte sich der Schwerpunkt jedoch allmählich von der Beduftung von Räumen und Gegenständen zur Beduftung des Körpers. Zudem wurden im 19. Jahrhundert flüssige Düfte, die in die Luft gesprüht werden, immer häufiger bevorzugt. So begann der Niedergang der Potpourri-Mischungen. In Rezeptbüchern ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wird das Zugeben von Salz teilweise nicht mehr erwähnt. George William Askinson schrieb in seinem Ende des 19. Jahrhunderts erschienenen Buch Perfumes And Their Preparation (London, 1892), Salz werde in Duftmischungen lediglich zur Gewichtserhöhung aus Gewinnabsicht eingesetzt – man könne also auch Sand verwenden.

Rezept zur Herstellung einer Potpourri-Duftkräuter-Mischung aus: Amathusia oder über die Geheimnisse der Toilette, ein Geschenk für Damen von Adelbert (Leipzig, 1792)

 

Duftvasen im 18. Jahrhundert

Im 18. Jahrhundert waren verschiedene Duftgefäße in Gebrauch, die nicht nur der Raumbeduftung dienten, sondern zugleich als Dekorationsobjekte für die Inneneinrichtung galten. Beliebt waren Cassoletten, die bereits seit dem 16. Jahrhundert unter dieser Bezeichnung bekannt waren. Sie wurden auf glühende Kohlen gestellt, um aromatische Substanzen und Pastillen zu verbrennen. Cassoletten wurden meist aus Metall gefertigt, im 18. Jahrhundert auch aus Porzellan, häufig auf drei Füßen erhöht. Um das dekorative Gehäuse vor Überhitzung zu schützen, wurde das Innere oft mit einer einfachen Metalleinlage (z. B. aus Blech) ausgekleidet. Beim Glimmen der Duftstoffe stiegen aromatische Dämpfe auf und verbreiteten sich durch Öffnungen im Gefäßdeckel im Raum.

Räuchergefäß – Cassolette. Europa, um 1800. Bronze, Marmor. Sammlung des Schlossmuseums Rundāle, RPM 11086
Duftbrenner – königliche Cassolette bzw. brûle-parfum. Deutschland, Berlin, Königliche Porzellanmanufaktur, Ende des 18. Jahrhunderts. Sammlung des Schlossmuseums Rundāle, RPM 11325

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts entstand am französischen Hof eine neue Form: die königliche Cassolette. Dabei handelt es sich um ein kleines Gefäß, das auf eine Spirituslampe gestellt wird. Während die Lampe brannte, verbreitete sich das Aroma der im Gefäß enthaltenen Duftwässer durch die Öffnungen im Deckel im Raum. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Cassolette zunehmend als brûle-parfum (Duftbrenner) bezeichnet, heute sind beide Bezeichnungen gebräuchlich.

Eine weitere Art der im 18. Jahrhundert verbreiteten Duftgefäße war das Potpourri: eine Vase mit perforiertem Oberteil und/oder Deckel, in die eine Mischung aus Duftkräutern gefüllt wurde. Im Unterschied zu den beiden Cassolette-Arten, deren Wirkung nur kurz anhält, solange Duftstoffe verbrennen oder Duftwasser verdunstet, verbreitet ein Potpourri seinen Duft über lange Zeit im Raum. Johann Georg Krünitz schrieb wohl deswegen in diesem Zusammenhang: „Der Wohlgeruch[,] der aufsteigt, vertreibt und verbessert alle verdorbene Luft und würket immer besser, je mehr das Räuchern wiederholt wird.“ Auch ein Hinweis im Journal général de France vom 6. Mai 1781 spricht für die lange Haltbarkeit von Potpourri-Mischungen: Bei einer Hausversteigerung der Lady Mignet wurde ein neun Jahre altes Potpourri angeboten, das noch immer geeignet gewesen sei, ein sehr großes Appartement zu beduften.

Potpourri-Vase mit Putto-Figur auf dem Deckel. Österreich, Wiener Porzellanmanufaktur, Ende des 18. Jahrhunderts. Sammlung des Schlossmuseums Rundāle, RPM 10633

Im 18. Jahrhundert galten Vasen als Luxusgegenstände, die vorwiegend eine dekorative Funktion erfüllten und dazu dienten, Räume oder Tafeln zu schmücken. Gerade weil ihnen oft eine zusätzliche Funktion fehlte, eröffneten sich große Spielräume für künstlerische Fantasie: Formenvielfalt und Dekor spiegelten die herrschenden stilistischen Trends wider und sollten den unterschiedlichen Geschmäckern gerecht werden. Durch die Verwendung als Potpourri-Vase erhielt die Vase eine praktische Nutzung, ohne dass die dekorativen Möglichkeiten eingeschränkt wurden. Potpourri-Vasen eigneten sich hervorragend zur Akzentsetzung im Raum und wurden häufig auf Kaminsimsen oder Tischen platziert – als indirekter Hinweis auf den Geschmack, den Status und den Wohlstand der Besitzer.

Da der Duft im modernen Interieur der damaligen Zeit eine wichtige Rolle spielte, wurden Potpourri-Vasen zu einem wesentlichen Teil des Angebots europäischer Porzellanmanufakturen. Sie wurden nicht nur aus Porzellan, sondern auch aus Majolika, Fayence, Silber, Bronze und Halbedelsteinen hergestellt. Im 18. Jahrhundert war es eine verbreitete Praxis, ältere chinesische, japanische oder europäische Porzellane durch Bronze-, seltener Silbermonturen (Einfassungen) zu ergänzen, um die für den Duftstrom nötigen Öffnungen zwischen Gefäß und Deckel – oder sogar zwischen zwei verbundenen Gefäßen – zu schaffen. Auch perforierte Deckel aus Bronze wurden für Gefäße angefertigt, die ursprünglich keinen solchen Deckel besaßen. Porzellan in Monturen erzeugte nicht nur einen besonderen ästhetischen Effekt, sondern wurde auch eindeutig als Luxusobjekt wahrgenommen.

Potpourri-Vasen im Kakiemon-Stil. Porzellangefäße – Japan; Bronze, Porzellanblüten – Frankreich; 2. Viertel 18. Jahrhundert. Sammlung des Schlossmuseums Rundāle, RPM 12647

Die ältesten bis heute erhaltenen Potpourri-Gefäße stammen aus der Manufaktur von Rouen in Frankreich und lassen sich auf die Zeit um 1690 bis1695 datieren. Eines davon befindet sich im Metropolitan Museum of Art in New York, USA. Den Höhepunkt ihrer Beliebtheit erreichten die Potpourris in der Mitte des 18. Jahrhunderts, als fast jede Manufaktur sie herstellte. Ein Zeichen der großen Nachfrage ist, dass das erste Vasenmodell der Porzellanmanufaktur Fürstenberg Ende der 1750er Jahre eine Potpourri-Vase war. Die für die Verzierung dieser Gefäße ausgewählten Malereien und plastischen Dekore rufen Assoziationen an Gärten und den Himmel hervor sowie an gute Gesundheit und die Freude am Leben. Häufig wurden auch Figuren und Motive der antiken Mythologie verwendet, die bekannterweise im 18. Jahrhundert besonders beliebt waren. Es gab zudem Duftvasen, die rein dekorativ gedacht waren und bei denen es nicht möglich war, überhaupt Inhalt einzufüllen. Dennoch konnte ihre Gestaltung die Illusion eines angenehmen Duftes erzeugen, etwa durch Blüten- und Pflanzenmotive im Dekor.

Auch wenn frühe Haushaltsratgeber des 19. Jahrhunderts empfehlen, Duftvasen im Ankleidezimmer von Damen zu platzieren, zeigen Inventare des 18. Jahrhunderts, dass Potpourris auch in anderen Räumen standen. Karl Ludwig Fuchs erwähnt in seinem Buch Die Vasen der Manufaktur Frankenthal (Heidelberg, 2005), dass im Inventar des Schlosses Oggersheim von 1771 Potpourris in Schlafräumen und Kabinetten aufgeführt werden – auf Kaminsimsen, Konsolen oder Tischen.

Duftvasen in der Sammlung des Schlossmuseums Rundāle

Bekannt ist, dass sich im Besitz der Herzogin Benigna Gottlieb Potpourris aus der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin, aus Sachsen (vermutlich der Meissener Porzellanmanufaktur) und aus China sowie mehrere andere Porzellanobjekte befanden. Keine dieser Duftvasen hat sich erhalten. Das Schlossmuseum Rundāle baut jedoch – angeregt durch das Interesse der Herzogin – seine eigene Sammlung von Duftvasen auf.

Das erste Potpourri der Sammlung, ein in der Meissener Porzellanmanufaktur gefertigtes Gefäß, das durch eine Figurengruppe mit der Darstellung des „Urteils des Paris” ergänzt wurde, wurde 1981 von einer Privatperson in Riga erworben. Später wurde die Sammlung systematisch erweitert, insbesondere in den letzten zehn Jahren durch Ankauf von Duftvasen verschiedener Manufakturen in europäischen Auktionshäusern. Heute umfasst die Sammlung mehr als 70 Objekte. Der Großteil dieser Stücke stammt aus dem 18. Jahrhundert und illustriert die Leistungen der wichtigsten europäischen Porzellanproduzenten. Hinzu kommen einzelne Stücke aus Werkstätten, die mit Fayence und Majolika arbeiten, sowie chinesische und japanische Porzellangefäße, die in Europa zur Funktion einer Duftvase angepasst wurden.

Potpourri-Vase mit Darstellung des Urteils des Paris. Autor des Modells: Johann Joachim Kändler. Deutschland, Meissener Porzellanmanufaktur, um 1750/1760. Erste Vase der Duftvasen-Sammlung des Schlossmuseums Rundāle.

In der Sammlung der Duftvasen ist Deutschland mit der Meissener Porzellanmanufaktur, der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin, der Porzellanmanufaktur Rudolstadt sowie den Manufakturen in Ludwigsburg und Fürstenberg am stärksten vertreten. Mehrere Potpourris der Museumssammlung stammen aus englischen Porzellanmanufakturen: Bow, Chelsea-Derby und Caughley. Aus Frankreich stammen sechs porcelaine blanche bzw. weiße Porzellan-Potpourris aus der Manufaktur Saint-Cloud sowie mehrere Fayenceobjekte, darunter die früheste Duftvase der Sammlung vom Ende des 17. Jahrhunderts, ein Fayence-Potpourri aus Nevers mit kobaltblauer Bemalung.

Potpourri-Vasen mit Motiven der Landschaftsmalerei. Deutschland, Magdeburger Fayence- und Steingutmanufaktur, um 1760–1780. Sammlung des Schlossmuseums Rundāle, RPM 9773, 9774, 9775
Potpourri-Vase aus Fayence. Frankreich, Nevers, Ende 17. Jahrhundert. Sammlung des Schlossmuseums Rundāle, RPM 12807

Der größte Teil der Duftvasen-Sammlung ist in den Appartements der Herzogin ausgestellt, einzelne Objekte sind im Billardsaal der Paradeappartements des Herzogs sowie im Porzellankabinett der Ausstellung „Von der Gotik bis zum Jugendstil“ zu sehen. Ein Katalog der Duftvasensammlung des Museums ist in Vorbereitung.

Auch wenn der Popularität von Potpourris keine lange Zukunft beschieden war, beeindrucken bis heute die Vielfalt dieser Duftvasen, die komplexen Dekorkompositionen, die kostbaren Materialien und die handwerkliche Meisterschaft – ebenso wie die raffinierten Rezepturen der Duftmischungen. Zugleich bereichern sie unser Bild vom Alltag der europäischen Oberschicht des 18. Jahrhunderts und deren Vorstellungen in medizinischer, kultureller und sozialer Hinsicht.

 

Autorin: Gundega Plūduma
Historikerin
Abteilung für Sammlungen und Forschung
Schlossmuseum Rundāle

25.09.2026

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